E-Learning Symposium der Universität Potsdam

Am Freitag, dem 14.11.14, fand das diesjährige E-Learning Symposium der Universität Potsdam unter dem Motto „Mobil und Vernetzt – Studieren im Digitalen Zeitalter“ statt. Auch einige Mitglieder unseres E-Learning-Teams der FH Potsdam ließen sich eine Teilnahme nicht entgehen.

Dass die Universität Potsdam sehr viel Wert auf ein ausgebautes E-Learning Angebot an ihrer Hochschule setzt, ließ sich bereits daran erkennen, dass Prof. Oliver Günther, der Präsident der Universität Potsdam, es sich nicht nehmen ließ, das Symposium zu eröffnen. In seiner Begrüßung sprach er nicht nur über E-Learning als Mittel zum Umgang mit der Heterogenität der Studierenden an Hochschulen, sondern auch über die Notwendigkeit weiterhin an der Anerkennung von E-Learning

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Unser Team informiert sich über die E-Learning-Angebote der Universität Potsdam! Foto: Thomas Roese, Universität Potsdam

Maßnahmen in der Lehre im operativen Hochschulgeschäft zu arbeiten. Besonders betonte er die Bedeutung von Kooperationen zwischen Hochschulen bei E-Learning Angeboten und Entwicklungen.

Unter diesem Motto sei auch das regelmäßig durchgeführte E-Learning Symposium zu verstehen, welches die Gelegenheit zum fachlichen Austausch gab.
Gleich mit einem Highlight begann der erste Fachvortrag von Prof. Dr. Linda Breitlauch. Die Professorin für Gamedesign an der Hochschule Trier, lehrt und forscht nicht nur im Bereich Storytelling und Gamification, sondern sitzt auch in zahlreichen Verbänden und Jurys zum Thema Games und Lernen mit Games. Mit vielen anschaulichen Beispielen („Watch dogs“, „Destiny“ u.ä.) erläuterte sie in ihrem Vortrag „Faites vos Jeux – Transmedial es Spiel als effektive Lernmethode“ nicht nur den Verlauf der Computerspielentwicklung, sondern machte auch auf gezielte Lernvorteile mit Hilfe von Games aufmerksam. Der Vorteil an einer virtuellen Realität sei insofern unübersehbar, als dass diese die Realität  ohne Konsequenzen für die Anwendenden spiegeln. Dies senkt Hemmungen und Ängste beim Spielenden/Lernenden und baut Selbstbewusstsein auf. Durch diese Methode wird die Erwartung an die eigene Spielleistung des Spielenden gefördert, so dass es zu einer intrinsischen Motivation kommt, da sich der Spielende etwas beweisen möchte. Bei immer gleichen Herausforderungen nutzt sich diese intrinsische Motivation ab und muss vom Spieleentwickler mit Hilfe von neuen Herausforderungen regelmäßig gefördert werden.
Nach einer kleinen Kaffeepause, bei der das zuvor gehörte kräftig diskutiert wurde, fanden sich die circa 60 Teilnehmer wieder zusammen. Der nächste Punkt auf der Tagesordnung „Poster und Demo Session“ lag ganz im Zeichen des Austauschs. Innerhalb von je 5 Minuten stellten vier Personen von der BTU Cottbus, der Universität Greifswald, der Universität Potsdam und der TU Braunschweig ein Projekt vor. Auch hier ging es um mobile und heterogene (Spiele-)Anwendungen, die den Studierenden der eigenen Hochschule, das Lernen erleichtern sollte. Direkt im Anschluss konnten die mitgebrachten Poster und Plakate zu den jeweiligen Projekten betrachtet werden. Die Vortragenden stellten sich bereitwillig den Fragen bzgl. ihrer Projekte.
Als internationale Gastdozentin hielt Prof. Tatiana N. Noskova von der Staatlichen Pädagogischen Universität A.I. Herzen St. Petersburg einen anschließenden Vortrag über „E-Learning in der beruflichen Bildung an der Fakultät für Informationstechnik“. Der auf Russisch gehaltene Vortrag, wurde ins Deutsche
simultan übersetzt und mit Englischen Folien begleitet. Die Universität von Frau Noskova beteiligt sich international an der E-Learning-Forschung und Vermittlung und arbeitet eng mit großen Organisationen wie der UNESCO zusammen. Ein großes Ziel ist es, die Ergebnisse und Arbeiten auch international mit Fachleuten zu teilen. Dies wurde mit der Teilnahme am Symposium umgesetzt. Danke dafür!
In der Mittagspause kam es bei belegten Brötchen und Suppe wieder zu vielen interessanten Gesprächen. An dieser Stelle ein großes und herzliches „Danke!“ an das Organisationsteam der Universität Potsdam für dieses Symposium.
Thematisch ging es mit dem Thema „Adaptives Mobile Learning“ weiter. Hierbei handelt es sich um Apps, die sich automatisch auf den Nutzer/die Nutzerin einstellen. Die App achtet beispielsweise darauf, zu welcher Tageszeit welche Lerneinheit am häufigsten vom Nutzenden durchgeführt wird und bietet diese automatisch an.

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Die Anmeldung – inklusive Stoffbeutel mit dem Motto der AG eLEARNiNG! Foto: Thomas Roese, Universität Potsdam

Auch für Unternehmen eignet sich ein adaptives Mobilsystem. Es soll vor allem mit Hilfe vom Nutzenden getroffenen Voreinstellungen im Servicebereich dienlich sein, in dem es dem Nutzenden in den von ihm bestimmten Zeiten Serviceanfragen zukommen lässt. Sensoren am Mobiltelefon analysieren hierbei mit Hilfe von einigen Faktoren, beispielsweise Umgebungslautstärke, in welchem Arbeitsprozess der Nutzende sich gerade befindet. Problematisch bei dieser Methode ist für einige Arbeitnehmer/innen vor allem die ständige Datenspeicherung dieser Sensorprozesse.

Die Nutzenden fühlen sich überwacht und eingeschränkt. An einer Lösung dieses Problems wird gemeinsam mit Arbeitgeber/inne/n und Arbeitnehmer/inne/n gearbeitet.
Zu guter Letzt folgte die Vorstellung von unterschiedlichen Projekten an verschiedenen Institutionen.
So berichtete unter anderem Dominik Owassapian von der „Pädagogischen Hochschule St. Gallen“ über „Bewegungslesen.com – Das E-Learning-Tool zur Bewegungslehre“. Dieses System ist für Sportlehrende gedacht, die in ihrem späteren Beruf Körperhaltungen und Bewegungsabläufe bei unterschiedlichen Sportarten sinnvoll korrigieren müssen. Die Nutzenden dieses Systems können hier auf eine Vielzahl von Videos zurückgreifen. Die videografierten Bewegungsabläufe werden mit Verbesserungsvorschlägen im Bewegungsablauf versehen und anschließend anhand einer Musterlösung verglichen.